CARSTEN PRENGER

Head Account Manager, Managing Partner Personal & Business Development

Diplom-Designer (FH) Carsten Prenger – geboren 1982 in Osnabrück. Studium der Visuellen Kommunikation an der Hochschule Niederrhein. Von 2008–2010 Junior Art Director der Kölner Designagentur Trawny/Quass van Deyen und dort u.a. verantwortlich für die Canada Life Assurance Europe, Wirtschaftsvereinigung Metalle und die KHS GmbH. Ab 2011 Teilhaber und Geschäftsführung von 804. 2013 Gründung von stay golden mit den Freunden und Geschäftspartnern Helge Rieder und Oliver Henn.

PERSONAL INTERVIEW

Warum bist du Designer geworden?

Es entspricht meinem Naturell, Dinge in meinem Leben voranzubringen und oft auch gestalten zu wollen, also bewusst Einfluss auf sie zu nehmen. Mich faszinierten schon immer Wege und Möglichkeiten, Menschen zu erreichen, Ideen umzusetzen und neues zu ermöglichen. Gestaltung und das zu-Papier-bringen von Ideen sind seit jungen Jahre Teil meines Lebens. Noch während der Schulzeit hatte ich bereits eine ziemlich konkrete Vorstellung davon, wie meine berufliche Zukunft aussehen würde. Und so nutze ich das Studium der visuellen Kommunikation um mir die Grundlagen für die berufliche Tätigkeit als Designer anzueignen. Denn als Designer habe ich die Möglichkeit Menschen dabei zu unterstützen, ihre Unternehmungen, Produkten und Services voranzubringen, sie auszugestalten und letztendlich in die Welt zu tragen. Das ist einfach riesig.

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Welche Rolle hast du bei stay golden?

Neben meiner Tätigkeit als strategischer Designer bin ich bei stay golden für die Bereiche Key Account Management, Personal und Business Development verantwortlich. Die tägliche Arbeit umfasst größtenteils die Durchführung und Steuerung von Designprojekten, aber auch New Business Aktivitäten, Self Promotion Maßnahmen, Netzwerkpflege oder das Organisieren und Durchführen unserer wöchentlichen Stand Ups (ein gemeinsames Updaten mit dem gesamten Team).

Welche Bedeutung hat für dich Design?

Ohne jetzt groß philosophisch daherreden zu wollen: Alles ist Design. Ich meine, die Natur hat die Dinge ja nicht einfach so entworfen. Alles dient in Aufbau und Funktionalität einem (höheren) Zweck. Daher ist Design für mich universell und eben auch ein Vehikel durch das ich als Gestalter Identität und Haltung zeigen und transportieren kann. Kurzum: Design bedeutet für mich Leben.

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Seit wann bist Du als Grafikdesigner tätig? Erzähle mir etwas zu deinem bisherigen Werdegang.

Während meines Studiums arbeitete ich als Praktikant bei 804© Graphic Design. Die Agentur hatten meine jetzigen Partner Oli und Helge gegründet und dort lernten wir uns kennen und schätzen. Nach meinem Studium arbeitete ich jedoch zunächst zwei Jahre als Designer in einer Designagentur in Köln. Ich merkte schnell, dass starre Systeme und ein limitierter Wirkungsraum mich nicht glücklich machen. Da der Kontakt zu Oli und Helge niemals abbrach, setzten wir uns zusammen und fassten den Entschluss, zu dritt eine Unternehmung zu führen. So stieg ich zunächst als dritter Teilhaber bei 804© ein und zwei Jahre später gründeten wir stay golden.

Du lebst mit deiner Familie in Osnabrück, deine Agentur ist in Düsseldorf beheimatet – was bedeutet das für dich und deine Arbeit?

Das bedeutet für mich in erster Linie ein hohes Maß an Selbstorganisation. Es gilt, viele Bälle in der Luft zu jonglieren. Doch das ist Teil meines Lebensentwurfs und genau das, wofür ich mich entscheiden habe. Ich sehen darin einen riesen Vorteil: Zum einen kann ich Unternehmen von beiden Standorten aus betreuen, zum anderen erlaubt mir das Modell, genug Zeit mit meiner Familie zu verbringen und meine Frau bei der Erziehung unserer beiden Töchter unterstützen zu können. Das wäre im Rahmen eines normalen 9-to-5 Jobs so nicht möglich.  In der Regel bin ich 1 bis 2 Tage in der Woche in Düsseldorf oder nehme Termine in der Region wahr. Die anderen Tage arbeite ich von Osnabrück aus. Dort sitze ich im InnovationsCentrum Osnabrück und bin somit mit vielen Unternehmen aus den Bereichen Agrar und Technologie in Kontakt. Das ist eine tragfähige und gute Lösung. Das Pendeln nach Düsseldorf nehme ich gerne in Kauf und kann wunderbar von unterwegs (ich bin Bahnfahrer) aus arbeiten.  

Worauf bist du im Hinblick auf stay golden besonders stolz?

Darauf, das wir das, was wir mit unserem Namen (stay golden = bleib dir treu) zum Ausdruck bringen auch im unternehmerischen Alltag leben und umsetzen. Natürlich nicht an jedem Tag gleich gut, aber ich bin der festen Überzeugung wir machen das was wir machen richtig. Für mich persönlich heißt sich selbst treu bleiben, unbeirrt an seinen Werten und Zielen festzuhalten. Klar, entschlossen, konsequent – stay golden halt! In einer Zeit in der irrsinnige Deadlines und unbezahlte Pitches als normal angesehen werden, ist diese innere Haltung für mich überlebenswichtig.

Wo findest du deine Inspiration?

Ich würde sagen, zum größten Teil in Gesprächen. Geschichten, Anekdoten und Erzählungen inspirieren mich enorm. Und gerade der Dialog erlaubt ja auch Rückfragen und ein tiefer gehen. Ansonsten bin ich einfach ein visueller Mensch, ich liebe Schriftzüge auf Schildern, Sticker, Illustrationen oder Farbkombinationen. Oft sind es eher Details und Fragmente die ich als Inspiration sehe. Und eben jene gibt es überall, so doof sich das vielleicht anhören mag.
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Was würdest du unbedingt gerne einmal gestalten wollen? Gibt es ein Wunschprojekt?

Absolut. Ich würde gerne einmal ein Projekt für die Stadt Osnabrück umsetzen. Osnabrück ist meine Heimat und ich sehe dort viele Möglichkeiten Dinge besser zu machen. Der Wunsch ist gefühlt schon uralt und immer mal wieder in meinem Kopf präsent, aber dazu gekommen ist es bis jetzt noch nicht. Als Wunschprojekte zähle ich auch all jene Projekte, bei denen ich Kontakt mit Menschen komme, die mich einfach inspirieren und deren Tätigkeiten, Ideen und Vorstellungen aus meiner Sicht die Welt bereichern und der Gesellschaft dienlich sind. Und von denen habe ich in den letzten Jahren einige kennenlernen dürfen.

Was macht für dich eine „gute“ Marke aus?

Oh je, ich versuche mich am besten kurz zu halten. Eine gute Marke leistet in erster Linie einen echten Beitrag für die Gesellschaft. Das heißt, sie vereinfacht oder erleichtert das Leben von einzelnen oder einer ganzen Gruppe von Menschen. Eine gute Marke bezieht Stellung, sie hat eine klare Haltung und scheut sich nicht, diese nach außen zu transportieren. Man merkt vielleicht schon, eine gute Marke hat für mich erst einmal wenig mit Design bzw. Gestaltung zu tun.

Wie hälst du dich up-to-date im Hinblick auf technologische Neuerungen, Software Tools und gestalterische Entwicklungen?

Unsere Tätigkeit als strategische Designer im Kontext von Unternehmensstrategischen Entscheidungen, sich ständig weiterentwickelnden Geschäftsfeldern und technologischem Wandel macht es unerlässlich, allen Veränderungen offen gegenüberzustehen. Das sich-auf-dem-Laufenden-halten ist für mich extrem wichtig, um adäquat innerhalb dieses dynamischen Umfelds funktionale Konzepte und Gestaltungssysteme entwickeln zu können. Das meiste lerne ich dabei durch den Austausch im Netzwerk und den Dialog mit Unternehmen und Auftraggebern. Auch unser Fachblog Matter of Design bringt mich oft dazu, mich mit immer neuen Themenfeldern, Softwarelösungen und Technologien zu befassen. Außerdem lese ich viel – in der Regel analog, ganz oldschool mit Textmarker, hahaha. Mittlerweile sind meine Interessen so breit gestreut, dass mir ein Fokus auf rein gestalterische Themen nicht mehr ausreicht. Gerade die Bereiche Persönliche Weiterentwicklung, Unternehmensstrategien und Branded Content in der digitalen Welt faszinieren mich momentan.

Du bist neben deiner Tätigkeit als Managing Partner und Mitgründer des Fachblog Matter of Design auch Botschafter des Markencamp e.V., wie kam es dazu?

Das Markencamp ist eine Konferenz von Markenmachern für Markenmacher. Über Helge kam ich 2014 auf das Markencamp (damals in Hamburg) und war direkt vom Konzept, dem Set-Up und den Menschen hinter diesem Konzept überzeugt. Das Markencamp ist eine unglaublich tolle, lebendige Community und viele der Wegbegleiter sind zu guten Freunden geworden. Das Ganze ist organisch gewachsen und als einer Initiatoren mich letztes Jahr fragte, ob ich als Botschafter und Kommunikator fungieren könnte, musste ich nicht lange überlegen. Ob stay golden, Matter of Design oder Markencamp – es geht immer um den Austausch, den Dialog und den Wissenstransfer mit Menschen die genau wie wir Bock darauf haben, an und mit Unternehmen und Marken zu arbeiten. Daher gehört das für mich alles zusammen und es lässt sich ganz wunderbar miteinander kombinieren.

Worin findest du deinen Ausgleich zu den intensiven Projektarbeiten, dem Tagesgeschäft und den Aufgaben als Managing Partner?

„Ausgleich“? Der Begriff gefällt mir nicht. So etwas wie „Work-Life-Balance“ ist doch totaler Mist. Als wäre das berufliche Tun zu trennen vom Leben. Was für ein Quatsch. Ich meine, jeder von uns hat doch 24 Stunden Lebenszeit am Tag. Trotz all der tollen Ratgeber zu solchen Themen: Ich weiß, was mir wichtig ist im Leben. Und als Gestalter (im wahrsten Sinne des Wortes) gestalte meine berufliche Tätigkeit so, dass diese anderen Dinge bestmöglich damit einhergehen. Was nicht heißen will, dass auch ich nicht irgendwann Urlaub brauche. Das tue ich auf jeden Fall. Aber ein Ausgleich findet kontinuierlich statt, gerade durch Familie, Freunde und gute Gespräche.

Wenn du ein Superheld sein könntest, welcher würdest du sein?

Puh, das ist eine schwere Frage. Ich glaube ich würde mich für den Hulk entscheiden. Der haut alles klein, rettet die Welt und kann sich am Ende an nichts mehr erinnern. Läuft bei ihm würde ich sagen.

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